SEX NOW
Szenografie, Interaktion und Installation
Auftraggeber:in:
Arbeitsfelder:
Für die Ausstellung SEX NOW entwickelten wir ein ganzheitliches Ausstellungsdesign: 10 Kapitel zu Sexualität und Gesellschaft, übersetzt in eigenständige Atmosphären. Unser Team entwarf Szenografien, Möbel und Installationen, entwickelte interaktive Medien wie das „Sexoscope“ und gestaltete alle Ausstellungsgrafiken – von den Objektschildern bis zu digitalen Interfaces. So entstand eine Ausstellung, die kuratorische Inhalte nicht nur zeigt, sondern erfahrbar macht.
1.200 m2
gestaltete Ausstellungsfläche
2.000 m2
gestaltete Wandfläche
10 Kapitel
szenografisch inszenierte Themenwelten
400 Exponate
in Szene gesetzt
Sep 2025 – Mai 2026
Ausstellungsdauer
1 Orakel
Sexoscope mit 66 Visionen
Raum für Raum
Intro Nord
Die Ausstellung eröffnet mit dem Bett als vertrautestem und klassischstem Ort für Sex. Dafür haben wir das ikonische Herzbett aus dem Computerspiel „Die Sims“ vom Bildschirm in die Realität geholt – ein popkulturelles Symbol, das viele an ihren eigenen ersten, unschuldigen Kontakt zum Thema erinnert und den Zugang dazu humorvoll gestaltet.
Sex Positiv
Im Zentrum des Raums steht der Brunnen der Musiker und Künstlerin Peaches, eingerahmt von einem Zeitstrahl, den wir als zentrales Gestaltungselement entwickelten. Er macht die Höhen und Tiefen feministischer und queerer Geschichte sichtbar und zeigt, wie eng Aktivismus und gesellschaftlicher Wandel miteinander verwoben sind. So entstand eine Szenografie, in der historische Entwicklungen und politische Kämpfe gleichermaßen spürbar werden.
Fluffy Library
Die Installation der Künstlerin Antigoni Tsagkaropoulou verwandelten wir durch Farbwahl, Teppich und Raumfluss in einen gemütlichen Safer Space. Mit der Gestaltung des projizierten „Fluffy Manifesto“ gaben wir dem queeren Rückzugsort eine klare, ruhige Form – ein Ort zum Lernen, Austauschen und Innehalten.
Untenrum
Der Raum sollte hell und freundlich wirken – ein Ort, an dem Genitalien nicht als etwas Anstößiges erscheinen, sondern ohne Tabu, in ihrer Vielfalt und Natürlichkeit sichtbar werden. Dafür gestalteten wir eine Hautlandschaft aus Makrofotografien: Haut mit Haaren, Stoppeln, Sommersprossen oder Gänsehaut. Mit farbigem Licht angestrahlte Fadenvorhänge, die an Haare erinnern, gliederten den langgezogenen Raum und schufen eine offene, intime Atmosphäre.
#MeToo
Dunkelblaue Wände schufen eine bedrückende Stimmung, die dem Ernst des Themas entspricht. Ergänzt durch den ersten Tweet, der die Debatte auslöste und den Beginn einer globalen Bewegung markierte, entstand eine klare dramaturgische Setzung. Der großflächige #MeToo-Schriftzug auf dem Teppich übersetzte diese Sichtbarkeit in den Raum und machte die Präsenz der Bewegung unmittelbar erfahrbar.
PorYes
Als Gegenentwurf zum schmuddeligen Pornokino-Klischee entwickelten wir ein feministisches PorYes-Kino, inspiriert von surrealer Filmästhetik. Typische Kinosessel trafen hier auf Sexschaukeln als Sitze, ergänzt durch eine Confessions-Wand, an der Besucher:innen eigene Fantasien hinterlassen konnten. So entstand ein interaktiver Raum zwischen Pop, Humor und feministischer Pornokultur.
Intro Süd
Ein Kettenvorhang schirmte die expliziten Werke vor Einblicken vom angrenzenden Restaurant ab und fungierte zugleich als atmosphärischer Übergang in die zweite Ausstellungshälfte. Durch Materialität und Anmutung deutete er bereits subtil das nächste Thema an: Die Ästhetik von Fetisch und Kink.
Kinky
Ein dunkler Raum unter Schwarzlicht verwandelte sich in eine raue, immersive Fetischwelt. Dröhnende Bässe und blaues Licht erzeugten die Atmosphäre einer nächtlichen Clubszene, während ein Maschendraht-Käfig digitale Arbeiten und ein BDSM-Computerspiel rahmte. Ergänzt durch glänzende Schaufensterpuppen, Fühlboxen und die „Pain Station“ entstand ein provokativer Raum, der Kink erlebbar machte.
Eroticissima
Für die VR-Arbeit von Miyö van Stenis verschmolzen wir digitale und physische Welt. Riesige Renderings aus dem Spiel wurden als Fototapeten aufgezogen, an einer Stelle verstärkt durch eine echte Leuchtstoffröhre im Raum. Halbtransparente Stoffbahnen, durch die man die Besucher:innen nur erahnen konnte, weckten Neugier und ließen zugleich ein Gefühl von Intimität entstehen. Zwei schützende Rohrkonstruktionen markierten die VR-Bereiche, während bewegtes lilafarbenes Licht die Stoffbahnen durchwanderte und so eine lebendige, immersive Atmosphäre schuf.
Sexual Wellness
Der Raum war als pastellfarbene Wellness-Oase gedacht – eine Umgebung, die statt Tabu ein Gefühl von Boutique, Self-Care und moderner Ästhetik vermittelt. Zentrales Highlight war ein von uns entworfenes Regal mit organischen Aussparungen, in denen Toys präsentiert wurden: Nicht auf den ersten Blick vollständig sichtbar, sondern als Objekte, die man aus der Nähe entdecken konnte. Ergänzt wurde der Raum durch hängende Vitrinen, eine Liegelandschaft mit Hörecke für Audio-Formate sowie Projektionen von Wasserreflexionen auf Vorhänge. Ein metallischer Kapitel-Schriftzug mit unebener Oberfläche griff das Thema Wasser erneut auf und verstärkte die helle, fließende Atmosphäre.
Pteridophilia
Die Videos von Zheng Bo zeigen intime Begegnungen mit Farnen im Wald. Um dieses Gefühl in den Ausstellungsraum zu übertragen, platzierten wir die Bildschirme am Boden und holten die Besucher:innen so auf Augenhöhe mit den Performern. Begleitet von echten Farnen und durchhängenden Stoffbahnen entstand eine abgeschirmte Atmosphäre, die das Gefühl eines Waldbodens evoziert. Ein besonderes Highlight waren die Sitzsäcke aus vakuumierter Erde: Sie machten Natur physisch erlebbar, ohne dass man im Museum im Dreck sitzen musste.
Future Sex
Knallpinke Wände, Neon-Schriften und Lichtschläuche visualisierten eine grelle, digitale Zukunft. Die Texte für die Neon-Sprüche stammten von uns und die Kondom-Neons setzten ein klares Safer-Sex-Statement. Eine Fotoserie leerer Webcam-Räume wurde großformatig auf Bahnen gezeigt – wir ergänzten sie durch die Idee, die übrigen Motive auf mehreren übereinander montierten Screens wie eine digitale Diashow sichtbar zu machen.
Sexoscope
Als Abschluss der Ausstellung entwickelten wir das Sexoscope – ein futuristisch-mystisches Orakel, das Besucher:innen interaktiv befragen konnten. Mit gestalteten Symbolkarten, einer klar definierten Interaktionslogik und der von uns entworfenen KI-Figur Gender.Lib entstand ein digitales Wahrsager-Ritual mit 66 möglichen Zukunftsvisionen. Station, Visuals und Programmierung entwarfen und realisierten wir komplett im Studio – ein immersives Finale zwischen Technologie und Magie.
Interaktive Elemente
Sims-Bett
Confessions Wall
Fühlboxen
Pain Station
Hörstation
Sexoscope
Möbel & Objekte
Kapitel-Typografie
Statistiken im Raum
Für die Ausstellung SEX NOW entwickelten wir ein ganzheitliches Ausstellungsdesign: 10 Kapitel zu Sexualität und Gesellschaft, übersetzt in eigenständige Atmosphären. Unser Team entwarf Szenografien, Möbel und Installationen, entwickelte interaktive Medien wie das „Sexoscope“ und gestaltete alle Ausstellungsgrafiken – von den Objektschildern bis zu digitalen Interfaces. So entstand eine Ausstellung, die kuratorische Inhalte nicht nur zeigt, sondern erfahrbar macht.
